Manche Diskussion rund um den Einsatz von KI-Werkzeugen in der Entwicklung erinnert mich sehr an den Wandel der Fotoindustrie in den 1990er Jahren. Damals habe ich mich als Schüler sehr stark mit Fototechnik und Fotochemie beschäftigt und selbst Schwarz-Weiss-Fotos entwickelt. Ich hatte mir viel Know-How im Bereich Film- und Fotoentwicklung sowie fotochemische Produkte angeeignet.
Mit dem Aufkommen der digitalen Fotografie wurde das nach und nach immer mehr obsolet. Man konnte beobachten, dass die großen Firmen im Fotobereich die Entwicklung der Digitalfotografie nicht mitgegangen sind. Es gab Aussagen wie „Die Digitalfotos werden nie die Auflösungen eines analogen Fotos erreichen“ etc. Manche dachten, das geht schon wieder vorbei. Und ja – am Anfang hatten die Digitalkameras eine relativ geringe Auflösung. Aber die Entwicklung ging immer weiter und es war für die Anwender natürlich genial direkt nach der Aufnahme das Foto anschauen zu können und nicht mindestens einen Tag auf die Entwicklung der Fotos zu warten.
Am Ende waren große Namen wie Agfa oder Konika weg vom Markt und ihre einstige Marktmacht war auch weg. Ich sehe hier durchaus Parallelen zur Softwareindustrie. Manche Leute glauben noch, dass KI ein Trend ist wie vieles Andere vorher. Ich denke jedoch, es ist eine revolutionäre Veränderung, die teilweise ganz neue Fähigkeiten und Konzepte im Softwarebereich erforderlich macht.
Fähigkeiten aus dem Systems- und Software Engineering wie z.B. Architekturwissen und das professionelle Erfassen und Aufschreiben von Anforderungen (Requirements Engineering) sind genau passende Kompetenzen, um mit KI-Werkzeugen qualitativ hochwertige, professionelle Software zu entwickeln.
Machen Sie es also nicht wie die Fotoindustrie in den 90er Jahren. Lassen Sie sich nicht abhängen, sondern bilden Sie sich heute weiter. Zum Beispiel mit meinen Kursen zu KI-basierter Softwareentwicklung ab Herbst 2026.